Im Fokus stehen die Stadttauben am Kotti: Ein Schwarm von etwa 500–600 Tieren nutzt das Kottbusser Tor als Lebensraum. Warum sind sie hier – und wie können wir besser mit ihnen zusammenleben?
Zwischen Fütterungsverbot und Fürsorge, zwischen Konflikt und Koexistenz, entsteht Raum für neue Perspektiven. Die Arbeit sammelt Perspektiven aus der Nachbarschaft und von beteiligten Akteur*innen, um sichtbar zu machen, wie urbanen Herausforderungen gemeinsam begegnet werden kann.
System Map: Wer beschäftigt sich mit den Tauben?
Die System Map zeigt, welche Akteur*innen am Thema beteiligt sind: Anwohner*innen, lokale Initiativen, Tierschutzorganisationen, Bezirksamt, BVG und weitere Institutionen. Sie macht sichtbar, wie Verantwortung verteilt ist und wo Ansatzpunkte für gemeinsames Handeln liegen.
Taubenloft am Kotti
Derzeit wird die Finanzierung eines möglichen Taubenschlags am Kottbusser Tor geprüft. Laut dem Berliner Stadttaubenkonzept (2023) gelten betreute Taubenschläge als die wirksamste und tiergerechteste Maßnahme im Umgang mit Stadttauben.
In einem Taubenschlag werden die Vögel mit Futter an einen festen Ort gebunden. Die Population kann dort kontrolliert werden, indem Eier regelmäßig gegen Attrappen ausgetauscht werden. Gleichzeitig erhalten die Tiere Nahrung, Wasser und gesundheitliche Betreuung.
Ein Studierenden-Team des M.A. Facility Management (HTW Berlin) erarbeitet derzeit eine Kostenübersicht für Anschaffung und Betrieb eines Taubenschlags am Kotti und entwickelt Strategien für das Risikomanagement.

Infokampagne: Ei-Catcher
Zwischen 30. März und 2. April, jeweils von 16 bis 19 Uhr direkt am Kotti, lädt eine temporäre Installation dazu ein, über das Zusammenleben von Menschen und Stadttauben zu sprechen. In dieser niedrigschwelligen Intervention kommen Anwohnerinnen, Passant*innen und lokale Akteur*innen ins Gespräch, um unterschiedliche Perspektiven zum Umgang mit Stadttauben zu sammeln. Teil der künstlerischen Intervention „rumEiern“.
In den abrahamischen Religionen symbolisiert die Taube Frieden, göttliche Gnade und die Präsenz des Heiligen Geistes. Im urbanen Raum ist ihre Rolle weniger eindeutig: Für die einen sind sie „Ratten der Lüfte“, für andere verletzliche Mitgeschöpfe. Kaum ein anderes Tier polarisiert so stark im Stadtraum.
Danach werden Informationsmaterialien entwickelt, die über Lebensweise, Bedeutung und verantwortungsvollen Umgang mit Stadttauben am Kottbusser Tor informieren.
Kontakt
Email: kottitauben(at)gmail.com
Team: Katya Romanova (M.A. Public Design), Hannes Johne (M.A. Public Design), Anna Romanowski (B.A. Kommunikationsdesign), Franka Brümmer, Hannah Oesterreicher und Marjan Paigham (M.A. Facility Management)
Entstanden als Semesterprojekt im Masterstudiengang Public Design, HTW Berlin 2025–2026, in Kooperation mit:
- HTW Berlin
- BVG
- Quartiersmanagement Zentrum Kreuzberg / Oranienstraße
- Stadttaubenprojekt e.V.
- Evangelische Kirche
- Schillerkids e.V.
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